Sonntag, 3. Oktober 2010

Die vier Arten der Meditation

Wenn man die Arbeit mit Vorstellungen und Gedanken als Meditieren bezeichnet, dann kann man vier Arten der Meditation unterscheiden.


1. Die wache Aufmerksamkeit. Die Kontrolle der Gedanken.

Du beobachtest zuerst bewußt alles, was dir in den Sinn kommt, wählst aus, was gute, reine Gefühle wachruft oder für deine Überlegungen gerade wichtig ist. Du denkst also nach. - Das kannst du überall machen, im Bus, im Bett, beim Spazierengehen oder in einer bequemen entspannten Sitzstellung. Es sollte dir jederzeit gelingen, deine Gedanken zu überwachen und sofort jene, welche unangenehme Gefühle oder unerwünschte Begierden wecken, auszuschalten. Wenn dir das zur täglichen Gewohnheit geworden ist, kannst du weitergehen. Die nächste Stufe ist


2. Die konzentrierte Imagination. 

Du stellst dir etwas vor. Bilder, Farben, Töne, Musik, Gerüche, Gefühle, Empfindungen, oder du konzentrierst dich auf eine Idee oder ein Wort. Du hältst es fest. Und wenn du das beherrscht, kannst du dich auch davon lösen. Damit bist du bereit für die dritte Stufe, du kannst dich leer machen und die sogenannte Gedankenstille halten. Die ist nötig für die


3. Bewußte Phantasie

Jetzt darfst du dich den in die Leere einströmenden Bildern und Gedanken hingeben. Jetzt beherrscht du sie ja und bist auch imstande, im Hintergrund deines Bewußtseins den Gedanken "ICH BIN" wachzuhalten. Je besser es dir gelingt, dich gelöst hinzugeben, ohne dabei das "ICH BIN" schwinden zu lassen, umso weiter kannst du dich ausdehnen und neue Erkenntnisse in dich einströmen lassen. Aus der Leere heraus kannst du dann in einen Trancezustand übergehen und den Körper verlassen oder in andere Ebenen vordringen. Das ist dann die schwierigste letzte Stufe der Meditation, die


4. Bewußte Wachheit."

 Mit Wachsein meine ich nicht die Aufmerksamkeit, der haben wir uns schon auf der ersten Stufe gewidmet. Ich meine auch nicht das Gegenteil von Schlafen. Es geht um das Erwachen schlechthin. Doch so wie ein Blinder sich niemals eine Farbe vorstellen kann, muß das Wachsein erst einmal erlebt werden, ehe man den Zustand willentlich herbeiführen kann. 


Beim Wachsein kommt es darauf an, daß sich das SELBST bewußt wird. Man kann das lernen. Anfangs wird man es nur erahnen und für kurze Augenblicke erleben, man muß es langsam heraufholen wie eine Erinnerung und pflegen wie eine Erinnerung.


Du mußt daran denken, daß du ein Geist im Körper bist. Denk, so oft es dir einfällt und später bewußt daran, daß, egal, was du gerade machst, dein Geist die Arbeit verrichtet und dazu den Körper gebraucht wie ein Werkzeug. Oder stell dir vor, daß du, wie in einem Taucheranzug, in deinem Körper steckst. Sieh den Körper wie eine tote Maschine, einen Roboter, bewege die Finger durch deinen Willen, den du wie elektrische Impulse gebietend in die Hände leitest.


Mach dir so oft als möglich bewußt, daß du als Geist gehst, stehst, ißt, liest, schreibst, und als Geist in die Welt hinein schaust. Langsam wird dir dabei dein wahres SELBST bewußt. Immer öfter wirst du dich ertappen, daß du gerade wieder einmal unbewußt und automatisch etwas getan, gedacht, oder gefühlt hast, und wirst zugleich dein Selbst vom Ich unterscheiden können.


Sobald es dir einmal gelungen ist, dich in deinem Körper steckend zu erleben, wirst du etwas anderes erkennen. Du wirst merken, daß du nicht denkst und fühlst, sondern daß es eher umgekehrt ist. Die Gefühle und Gedanken sind es, die dich tragen und deine Aufmerksamkeit auf sich lenken. So wie du im Körper steckst und dieser mit dir automatisch herumgeht und dir die Hose anzieht, ohne daß du es ihm bewußt gebietest, so denkt und fühlt es in dir und umkleidet dich, dein wahres Selbst, mit Gedanken und Gefühlen.

So wie dein ICH mit einem Körper umkleidet ist, so ist dein ICHSELBST mit Gedanken und Gefühlen umkleidet. Du steckst in Stimmungen und Vorstellungen und Gefühlen und sagst, ich denke und fühle und will, obwohl

es umgekehrt ist. Es denkt, fühlt und wünscht etwas in dir, und sehr oft wird dir das nicht einmal bewußt, geschweige denn, daß du es steuern kannst. Aber darum geht es jetzt gar nicht.


Die Übung soll dir lediglich deine Situation vor Augen führen, das andere geschieht dann von selbst. Mach dir immer wieder, mehrmals täglich, so oft du nur daran denkst, dein wahres Selbst bewußt. Denk: Ich bin ein Geist im Körper und ertappe dich dabei, wie du gerade wieder unbewußt automatisch etwas getan, gedacht, gefühlt oder gewünscht hast.

Du kannst dieses Wachsein überall und jederzeit üben. Mach dir diese Übung zur täglichen Gewohnheit. Wachsein ist noch wichtiger als ein starker Wille.

Außerdem ist es wie eine erfrischende geistige Dusche, die das ganze Wesen angenehm durchrieselt und stärkt, sobald man sich selbst erkennt und erfaßt. Anfangs wird es dir nur für Sekundenbruchteile gelingen.


Über manchen Einweihungstempeln steht: "Erkenne dich selbst". Damit war dieses Erwachen gemeint. Denn erst aus diesem Wachsein heraus erfaßt man sein wahres Wesen und lernt über sein Denken, Fühlen, Wollen und Bewußtsein zu gebieten."

Posted via email from fairgnuegen's posterous

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

 
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: